Kinder psychisch kranker Eltern

Vortrag zum Weltkindertag 2018

„Zeigen Sie Ihre Liebe!“

Praktische Tipps zu einem schwierigen Thema

Erschreckende Zahlen gab es gleich zu Beginn des Abends. Etwa 2,3 Millionen Kinder und Jugendliche leben in Familien, in denen ein Elternteil durch eine psychische Erkrankung beeinträchtigt ist. Wie gehen diese Kinder mit der Erkrankung um? Was macht sie mit Ihnen? Mit welchen Auswirkungen muss das soziale Umfeld rechnen und wie kann man darauf reagieren? Dieser schwierigen Thematik war der Vortrag gewidmet, zu dem der Kinderschutzbund Uelzen anlässlich des Weltkindertages eingeladen hatte: „Kinder psychisch kranker Eltern - ihre Situation, Hilfen und Präventionsmöglichkeiten“. Dr. Alexander, Naumann, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des PK Lüneburg und Diplom-Psychologin Johanna Bosinski, wissenschaftliche Mitarbeiterin dieser Klinik, gaben Tipps und Ratschläge für Betroffene aus allen Lebens- und Arbeitsbereichen, angefangen von Eltern bis hin zu ErzieherInnen und FamilienhelferInnen.

Kinder spüren sehr schnell, wenn Eltern Probleme haben, denn Eltern sind im Leben ihrer Kinder die wichtigsten Menschen und Bezugspersonen. Kinder beobachten ihre Eltern sehr genau - ihnen entgeht nichts, auch wenn sie noch klein sind. Wenn Kinder bemerken, dass mit ihren Eltern etwas nicht stimmt, können sie ganz unterschiedlich darauf reagieren. Oft stellen sie direkte Fragen, weil sie wissen wollen, weshalb ihre Eltern sich anders verhalten. Sie grübeln nach, weil ihnen maches Mal die Gelegenheit fehlt, über ihre Situation im häuslichen Umfeld mit einer vertrauten Person zu sprechen. Manche Kinder machen sich Vorwürfe oder fühlen sich schuldig. Kinder verlangen dann häufig mehr Aufmerksamkeit, in dem sie sehr unruhig sind oder sich auffällig verhalten. Beobachtet wird beispielsweise, dass sie mutwillig Dinge zerstören, aggressiv sind oder Streit suchen. Andererseits können Kinder unter diesen Bedingungen auch sehr anhänglich werden. Auffällig häufig helfen sie sehr viel im Haushalt mit, weil sie merken, dass hier ihre Hilfe am nötigsten gebraucht wird.

In diesen Fällen können betroffene Elternteile, eventuell mit professioneller Hilfe, schon mit kleinen Dingen ihren Kindern zur Seite stehen. Entscheidend für das Wohlergehen ihrer Kinder ist in jedem Fall, offen mit dem Thema umzugehen. Die Wahrheit verkraften Kinder viel besser, als über viele Jahre im Ungewissen zu leben. Auch ist es wichtig, dem Kind zuzuhören und es gut zu beobachten, um gegebenenfalls früh ein Hilfeangebot von außen zu holen. Ratsam ist, so gut es eben geht, an vertrauten Situationen und Ritualen, beispielsweise der Gutenachtgeschichte, festzuhalten. Kindergarten und die Schule als Institutionen sollten in die Problematik mit eingebunden werden, damit auch von dieser Seite bestmögliche Unterstützung erfolgen kann. Eltern sollten akzeptieren, wenn ihr Kind sich einer anderen Person anvertraut, da der Austausch mit Außenstehenden entlastend wirken kann. Der wichtigste Ratschlag gilt uneingeschränkt und grundsätzlich für alle Eltern: Zeigen Sie ihrem Kind Ihre Liebe!

Die Präsentation steht zum Download zur Verfügung >>>

Finger weg von Julia

Theater zum Weltkindertag 2018

Zum Weltkindertag war das Mathom-Theater aus Melle zu Gast. Auf dem Programm stand „Finger weg von Julia“, ein Präventionsstück zur Vermeidung sexualisierter Gewalt. Drittklässler der Uelzener Grundschulen waren eingeladen, Julias Geschichte mitzuerleben. In einer Verbindung aus Schauspiel und Puppenspiel nahmen Regina und Klaus Gwiasda die jungen Zuschauer mit in die Welt der Protagonistin, die in eine bedrohliche Situation gerät. Tom, der ihr flüchtig bekannte Onkel einer Klassenkameradin, schleicht sich durch typische Täter-Strategien wie Geschenke und Komplimente in ihr Vertrauen ein. Zu Hause erlebt Julia eine sicherlich vielen Kindern bekannte Situation: Sie möchte ihrer durchaus liebevollen Mutter von dieser Begegnung erzählen, doch diese ist unkonzentriert, hört nicht richtig zu. Ihre Mahnung „Pass aber gut auf Dich auf!“, als Julia zum Sport geht, kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie erste Warnsignale des späteren Missbrauchsversuchs nicht wahrgenommen hat. 
Als Julia schließlich in der Umkleidekabine des Turnvereins allein auf Tom trifft, der sie dringend fotografieren möchte, willigt sie widerstrebend ein, wehrt sich aber energisch dagegen, ihr T-Shirt auszuziehen. Als in diesem beklemmenden Moment die Stimme des Hausmeisters aus dem Hintergrund ertönt, verpflichtet Tom sein Opfer eilig darauf, den Vorfall als ihr kleines Geheimnis zu bewahren.
Regina und Klaus Gwiasda haben die Erfahrung gemacht, das aus dem Publikum in dieser Situation anfangs selten Einwände kommen: „Julias leises „Nein“ wird überhört. Jedes Kind kennt es offensichtlich, von Erwachsenen manipuliert  bzw. zu Handlungen  überredet zu werden, die es nicht will. Wenn Julia schließlich protestiert, gibt es lauten Zuspruch von den Kindern.“

Zu Haus erzählt Julia zunächst ihrem Kater die Geschichte, bevor sie sich schließlich ihrer Mutter anvertraut, der Julias bedrückte Stimmung bereits aufgefallen war. Sie tröstet ihre Tochter und nimmt ihr Schuld- und Schamgefühle; die jungen Zuschauer/innen werden dadurch ermutigt, sich einer ähnlichen Situation unbedingt die Hilfe eines mit einem Erwachsenen zu suchen. 
Mit dem „Ja und nein-Song“ über die Schwierigkeit, „Nein“ zu sagen, bestärken Julia uns Ihre Freundin Biggi die Kinder darin, auf ihr Bauchgefühl zu hören und in unangenehmen Situationen deutlich „Nein“ zu sagen.
Als Tom versucht, den Vorfall herunterzuspielen, nachdem er die Vorladung zur Polizei erhalten hat, stellen die Zuschauer/innen sich lautstark auf Julias Seite und bezeugen sein Vorgehen mit Nachdruck. Julia und Biggi berichten schließlich noch von der Bestrafung Toms und wenden sich erleichtert anderen Beschäftigungen zu. 
Nach dem Schlussapplaus blieb noch Zeit für eine Fragerunde. Besonders groß war das Interesse an den Tierfiguren, die im Stück immer wieder für heitere Momente und Abstand zu dem bedrückenden Stoff sorgten.  
Zum Abschied schenkten Regina und Klaus Gwiasda jedem Kind persönlich einen Aufkleber mit der Nummer gegen Kummer.

Spendenverdopplung

Zu Gast in der NDR1-Plattenkiste

Am 14. Februar stellten Agatha Schnepper, Stefanie Reese und Gabriel Siller den NDR1-Hörer/innen unseren Ortsverband vor. Selbstverständlich kam auch die Aktion Spendenverdopplung zur Sprache. Das Musikprogramm der Sendung hatten die Mitarbeitenden des Uelzener Kinderschutzbundes zuvor ausgewählt.

 

Theater zum Weltkindertag 2017

Wie die Buchstaben entstanden

Mit diesem Theaterstück, das von der Lust am Malen, vom Spaß am Entdecken, von Geräuschen, die zu Buchstaben werden und von der Freude am Lesen und Schreiben erzählt, begeisterte Tom Teuer die Uelzener Kinder.

Das Steinzeit-Mädchen Taffy, die Hauptfigur in der Geschichte des Dschungelbuchautors Rudyard Kipling, ist voller Überraschungsgedanken und malt gerne an Höhlenwände. Doch die Erwachsenen deuten ihre Bilder immer falsch. So kommt sie auf die Idee, Töne und Geräusche zu ihren Bildern zu malen. Taffy zeigt die Geräuschbilder ihrem Papa. Gemeinsam entdecken sie, dass mehrere dieser Bilder hintereinander gemalt zu Worten werden und Taffy ein ganz großes Geheimnis der Welt herausgefunden hat, das was wir heute Buchstaben nennen. In seinem Atelier berichtet der Maler und Höhlenmalereiforscher Salvatore Dal dem Publikum begeistert, spielerisch und voller Leidenschaft vom Leben in der Steinzeit, von berühmten Höhlenbildern und wie er auf einer Forschungsreise die Bilder von Taffy in einer Höhle entdeckt hat. Nur kann er sich nicht erklären, wieso auf diesen Bildern Buchstaben zu sehen sind, da es doch in der Steinzeit noch keine Buchstaben gab. Zusammen mit den Kindern kann er das Geheimnis von Taffys Geräuschbildern lüften, diesen ihre Töne und Geräusche entlocken und sie mit viel Spaß zu Worten zusammensetzen.

Vortrag zum Weltkindertag 2017

Wenn die Wunde verheilt ist, schmerzt die Narbe - Traumadynamik und Heilungschancen.

Große Resonanz fand der beeindruckende Vortrag von Alexander Korritko, Diplom-Sozielarbeiter und Systemischer Lehrtherapeut aus Hannover, anlässlich des Weltkindertages 2017. Die anschließende Diskussion offenbarte den hohen Informationsbedarf des Publikums. Es sind die pädagogisch tätigen Menschen, ErzieherInnen, SozialpädagogInnen und Lehrkräfte, die traumatisierten Kindern und Jugendlichen im Alltag begegnen und ein Umfeld gestalten müssen, das diesen jungen Menschen Sicherheit und Vertrauen vermittelt.

Zum Nachlesen hier die Präsentation, die Alexander Korittko uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.

Benefizkonzert

Neues Kinderschutzhaus gesucht

Vortrag: Fetales Alkoholsyndrom

Prof. Dr. Spohr

Das Fetale Alkoholsyndrom (FAS) und seine lebenslangen Folgen

Einen aufrüttelnden Vortrag erlebten die Zuhörer am Weltkindertag im Rathaussaal. Der Wissenschaftler und Arzt Prof. Dr. Hans-Ludwig Spohr setzt sich seit über 40 Jahren für alkoholgeschädigte Kinder ein. Im Jahr 2015 wurde er für sein besonderes Engagement und seinen Beitrag zur Verbesserung der Versorgung dieser Kinder vom Bundespräsidenten mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Prof. Spohr gründete das FASD-Zentrum in Berlin, das an die Charité angegliedert ist. Fetale Alkoholspektrum-Störungen (FASD) bezeichnen die vorgeburtlich entstandene Schädigung eines Kindes durch Alkoholkonsum der schwangeren Mutter. Das Alkoholsyndrom reicht von ausgeprägten Verhaltens- und Lernstörungen bis hin zu schweren körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen sowie irreparablen Schädigungen des zentralen Nervensystems.

Wenn werdende Mütter während der Schwangerschaft Alkohol konsumieren, kann das Kind lebenslange Schädigungen und Behinderungen davontragen. Dazu traf Prof. Spohr die grundsätzliche Aussage: „FASD ist eine lebenslange Behinderung, die zu 100 % vermeidbar ist, wenn Frauen während der Schwangerschaft auf Alkohol verzichten.“ Jährlich kommen deutschlandweit rund 3.000-4.000 Neugeborene mit dieser Störung auf die Welt. Das sind rund 0,6 % aller Neugeborenen. Am stärksten und nachhaltigsten wird das Gehirn geschädigt, woraus lebenslange Behinderungen folgen.

Kleinwuchs, Untergewicht, Mikrozephalus und Fehlbindungen im Gesichtsbereich sind oft Zeichen für FASD. Betroffene Säuglinge leiden auch unter Fütterungsstörungen, motorischer Unruhe und Schlafstörungen. Später manifestiert sich FASD in einer ADHS/ADS-Symptomatik. Die Betroffene zeigen häufig kognitive Einschränkungen und Schwierigkeiten in der sozialen Interaktion.

Ein wichtiger Aspekt ist Prävention: Starker Alkoholgenuss in der Schwangerschaft wird  zwar gemeinhin als schädlich wahrgenommen, ein Gläschen Rotwein am Feierabend oder ein „kreislaufstärkendes“ Glas Sekt hingegen als harmlos betrachtet. Auch in der Fachöffentlichkeit fehlt vielen die Kenntnis über Risiken selbst geringer Alkoholmengen während der Schwangerschaft. Bislang ist noch nicht abschließend geklärt, wann und in welchem Ausmaß Alkoholgenuss in der Schwangerschaft bleibende Schäden beim Fötus auslösen. Deswegen sollten die Gynäkologen, Hebammen und Beratungsstellen von jeglichem Alkoholkonsum während der Schwangerschaft abraten.

Ein interessanter und lebendiger Vortrag, den Prof. Dr. Spohr mit vielen Fotos anschaulich unterlegte. Auf Publikumsfragen hin ergab sich im  Anschluss  eine engagierte Diskussion.

Theater zum Weltkindertag

Wir nahmen den Weltkindertag am 20. September wieder zum Anlass, Kindern aus Uelzen und Umgebung einen Theaterbesuch zu schenken. Das Kindertheater Pappelapapp aus Hamburg war  zu Gast mit „Bildet Banden“, einem Stück über Individualität und Dazugehören und über Oskar. Mal ist er zu klein, mal zu groß oder die Haare sind zu zottelig. Nirgendwo darf er mitmachen. Also gründet er die geheimste Bande der Welt, SEINE Bande! Mit viel Musik und Tanz vermittelte das Ensemble vom Theater Pappelapapp den ca. 200 jungen Zuschauern, wie bereichernd Besonderssein und Vielfalt sein können.

Herzlichen Dank an die Stiftung der Sparda Bank, die den Weltkindertag mit einer Spende unterstützt hat. Ebenso gilt unser Dank der Stadt Uelzen, die uns die Hinterbühne des Theaters unentgeltlich überlassen hat.

ABC-Schützen-Hilfe 2016

Ein unbeschwerter Schulstart sollte eigentlich selbstverständlich sein, doch für viele Familien ist die Freude auf den großen Tag getrübt: Die mit der Einschulung verbundenen Kosten belasten die Haushaltskasse über Gebühr. Wie die Wohlfahrtsverbände errechnet haben, sind durchschnittlich 200-250 Euro fällig, um die erforderliche Ausstattung vom Ranzen bis zum Klebestift zu beschaffen, für Familien mit geringen Bezügen trotz Zuwendungen aus dem Bildungs-und Teilhabepaket eine kaum zu überwindende Hürde. Deshalb unterstützt der Kinderschutzbund seit einigen Jahren künftige Erstklässler und ihre Familien im Rahmen der ABC-Schützen-Hilfe. Neben einem Zuschuss für Schulbücher und Arbeitsheften erhalten alle eine Tasche mit Verbrauchsmaterialien wie Hefte, Stifte und Zeichenblöcke. Für geflüchtete Kinder, deren Familien sich mit den Gepflogenheiten in Deutschland noch nicht auskennen, basteln Mitarbeiterinnen Schultüten, die mit nützlichen Kleinigkeiten gefüllt werden und zudem einen Gutschein für Sportschuhe enthalten.

Auch im vergangenen Jahr erlebten wir strahlende Kinder und erleichterte, dankbare Eltern, als die Familien an zwei Tagen in den Sommerferien ihre Materialien im Kinderschutzhaus abholten.

Der Uelzena e.G. danken wir herzlich für den finanziellen Beitrag zur ABC-Schützen-Hilfe und der Buchhandlung Decius für die Kooperation bei der Schulbuchausgabe.

 

Ferienprojekt: Sambatrommeln

Schon im zeitigen Frühjahr machen wir Mitarbeitenden uns erste Gedanken darüber, wie wir die Sommerferien unserer Kinder mit einem Projekt bereichern können.

Über einen Kontakt zum Kinderschutzbund Schwerin erhielten wir den Tipp zu einem Sambatrommel-Projekt. Seit Anfang 2015 betreut der  Kinderschutzbund  Uelzen vermehrt Flüchtlingskinder in den Gruppen des pädagogischen Mittagstisches und in der Hausaufgabenbetreuung. Die andere Kultur und Sprache ist eine Herausforderung für alle Beteiligten. Um die Integration zu fördern, die Gruppen zu stärken und kulturelle Teilhabe zu ermöglichen, erschien uns dieses Musik-Projekt sehr geeignet. Eine Kinder-und Jugendtherapeutin aus Greifswald übernahm die Leitung und war unseren Kindern eine kompetente und erfahrene „Ferien-Lehrerin“.

Zu Beginn führte sie in das Thema „Sambatrommeln“ ein und erklärte im Dialog mit den Kindern die wichtigsten musiktheoretischen Begriffe. Tägliche Rhythmus-, Hand To Hand-Spiele und Bodypercussion lockerten die Atmosphäre und machten die Kinder neugierig auf die Instrumente. Surdo, Timba, Tamburin, Shaker, Répinique und Agogo konnten mehrfach ausprobiert werden, bevor alle sich nach zwei Tagen für ein Instrument entscheiden sollten. Nachdem der „On-und Off-Beat“ ohne Instrumente im „Groove“ und „Break“ verstanden war, begannen die täglichen Übungen an den Instrumenten. Hier wurde mit Unterstützung der betreuenden Mitarbeiterinnen und mit reichlich Ohropax in kleinen Gruppen trainiert, bis die Projektleiterin schließlich alle zu einer Band zusammenführte. Das Ziel, vom Krach zum Klang zu kommen, war schnell erreicht, die Kinder gewannen an Selbstbewusstsein und lernten, sich im Team einzubringen.

Nach den ersten Orchesterproben wurden von den Teilnehmenden Vorschläge für Bandnamen eingereicht. In einem Wahlgang stimmten die Kinder über das Ergebnis ab. Die „Hip Hop Kids“ waren gegründet, und für ein einheitliches Gruppenoutfit wurden  nun mit viel kreativem Engagement, unter Anleitung einer weiteren Mitarbeiterin, weiße T-Shirts gestaltet.

Pünktlich um 12 Uhr ging es in die einstündige Mittagspause, in der alle wieder hervorragend mit köstlichen Speisen versorgt wurden, um anschließend mit neuer Energie in den Nachmittag zu starten.

Eine zusätzliche Herausforderung für alle Beteiligten war das Erlernen des „Cupsongs“ aus dem Film „Pitch Perfect“. Der etwas kompliziert erscheinende Klatsch-Rhythmus mit den Plastikbechern hat als You Tube-Hit inzwischen Tausende zum Nachahmen animiert und wird bis heute auch in unseren Gruppen immer gern wieder aufgefrischt! Am vorletzten Tag gab es eine Generalprobe, die von einem professionellen Filmemacher aufgezeichnet wurde, der die Kinder über den gesamten Tag begleitete.

Aber das Highlight der Projektwoche war die Aufführung der einstudierten Stücke vor Publikum. Eltern, Verwandte, Freunde und Mitarbeitende des Kinderschutzbundes wurden hierzu herzlich eingeladen. Das Lampenfieber war natürlich groß, aber der Schlachtruf :“ Wir schaffen das! Wir sind die Hip Hop Kids!“ gab allen Beteiligten wieder genügend Selbstvertrauen. Bei Getränken und Gebäck ließen wir diese lehrreiche, fröhliche Ferienwoche ausklingen und wünschen uns für unsere Kinder und Jugendlichen zukünftig weitere Möglichkeiten zur Teilhabe an kulturellen Projekten und Veranstaltungen.

Gefördert wurde das Ferienprojekt von der Landesregierung im Rahmen der Aktion "Mitten drin! Jung und aktiv un Niedersachsen".

Und hier geht es zum Film über unser Ferienprojekt!

Ferienpaten

Seit etlichen Jahren sorgt der Kinderschutzbund Uelzen bereits dafür, dass Kinder und Jugendliche aus Familien in schwierigen Lebenslagen an einer Sommerfreizeit teilnehmen können. Vermittelt werden ausschließlich pädagogisch betreute Ferienreisen, die von nicht gewinnorientiert arbeitenden Vereinen und Verbänden aus der Region angeboten werden. Viele Familien sind trotz staatlicher Zuschüsse jedoch nicht in der Lage, den fälligen Eigenanteil vollständig aufzubringen. Deshalb sucht der Kinderschutzbund Menschen, die bereit sind, eine Ferienpatenschaft zu übernehmen und mit einem finanziellen Beitrag diese Lücke zu schließen. Ferienpaten fördern mit ihrem Engagement soziale Zugehörigkeit und schenken Kindern und Jugendlichen wertvolle Lebens- und Lernerfahrungen. Die Kinder profitieren in vielerlei Hinsicht von der Teilnahme an Ferienfreizeiten. Gemeinschaftserlebnisse mit Gleichaltrigen sind eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung sozialer Kompetenzen wie der Fähigkeit, positive Beziehungen aufzubauen und Konflikte sozial verträglich zu lösen. Zusammen Spaß haben, neue Eindrücke gewinnen, Freiräume entdecken fern von Leistungsdruck und belastendem Alltag, diese Erfahrungen vermitteln zudem Lebensfreude und stärken Kinder und Jugendliche nachhaltig.

Armut gilt als das größte Entwicklungsrisiko für Kinder und Jugendliche, nicht zuletzt weil soziale Teilhabe und Bildungszugänge trotz aller Förderungen stark eingeschränkt sind. Ferienfreizeiten können als ein Mosaikstein dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche sich zugehörig fühlen und zu verantwortungsvollen Mitgliedern der Gesellschaft heranwachsen

Wir danken allen ganz herzlich, die uns mit ihrer Spende ermöglicht haben, Klassenfahrten und Ferienfreizeiten zu bezuschussen.

Vortrag: Traumapädagogik

"Macht Eure Welt endlich wieder mit zu meiner..."Traumatisierte Kinder und Jugendliche auf der Suche nach einem sicheren Ort

Anlässlich der Jahreshauptversammlung 2016 des Ortsverbandes referierte Martin Kühn, Mitbegründer des Traumapädagogischen Instituts Norddeutschland, zum Thema „Traumapädagogik“. In einem brillanten Vortrag erörterte Martin Kühn die Notwendigkeit traumasensibler Interventionen in der pädagogischen Arbeit. Wie sich in den letzten Jahren gezeigt hat, übernehmen fachlich erfahrene Pädagog/innen einen wichtigen Beitrag in der psychosozialen Versorgung traumatisierter Jungen und Mädchen, da sie im Gegensatz zur abgegrenzten therapeutischen Situation den Alltag mit den betroffenen Kindern und Jugendlichen gestalten.

Wenn es um Traumatisierungen geht, stehen Kinder und Jugendliche mit Kriegserlebnissen und/oder  Fluchterfahrungen aktuell im Mittelpunkt. Ein Trauma kann jedoch viele Ursachen haben, so beispielsweise Missbrauch, Misshandlung, Verlusterfahrungen oder Unfälle. Schwer belastende Erfahrungen müssen zwar nicht zwangsläufig traumatisierend wirken; die Gefahr ist allerdings groß, dass das Erlebte die Verarbeitungsmöglichkeiten der Betroffenen übersteigt.

Pädagogische Fachkräfte, die den Alltag mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen gestalten oder beratend tätig sind, sehen sich oft mit extremen Verhaltensweisen konfrontiert und geraten an die Grenzen ihrer Möglichkeiten. Martin Kühn ist einer der Wegbereiter der Traumapädagogik in Deutschland und hat aus langjähriger pädagogischer Praxis heraus und unter Berücksichtigung psychotraumatologischer und –therapeutischer Erkenntnisse das Konzept des „sicheren Orts“ entwickelt als Voraussetzung gelingenden pädagogischen Handelns mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen.

Die Präsentation des Vortrags finden Sie hier >>>

Aktuelles:

16.11.2018

65 Jahre Deutscher Kinderschutzbund

Aus diesem Anlass hat der Bundesverband einen Kurzfilm über seine Grundsätze und Leitlinien...


Kat: aktuelles
30.10.2018

Vortrag zum Weltkindertag 2018

Präsentation zum Download: „Kinder psychisch kranker Eltern, ihre Situation, Hilfen und...


Kat: aktuelles
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